Immer mehr Corona-Klagen von Gastronomen
Zwei Monate ohne Gäste und Einnahmen aufgrund der Corona-Pandemie: So erging es den Wirten im vergangenen Frühjahr. Manch einer der Gastronomen versuchte, mit einem Lieferservice oder Takeaway die finanziellen Einbußen zu dämpfen. Doch die Corona-Krise hängt nach wie vor wie ein schwarzer Schatten über dem gastronomischen Horizont: Immense Schulden bereiten den Gastronomen Kopfzerbrechen und führen immer mehr Unternehmen in den finanziellen Ruin. Doch um genau diese Minuszahlen der Betriebe auszugleichen, klagen nun immer mehr Gastronomen wegen der coronabedingten Zwangsschließungen auf Entschädigung.
Klage vor Gericht abgelehnt
Auch Gerrit Schweer hat auf finanzielle Entschädigung aufgrund der Schließung seines Restaurants geklagt – aber sein Fall wurde abgelehnt. Der Gastronom, der ein Lokal im Ausflugsort Steinhude in Niedersachsen führt, bangt um seine Existenz. Denn die coronabedingten Schäden von rund 52.000 Euro stellen den Lokalbesitzer vor finanzielle Herausforderungen. Einen Teil der entstandenen Schulden, nämlich die Summe von 10.000 Euro, versuchte er gerichtlich einzufordern – vergebens. Für die Klage gegen das Land Niedersachsen und einen Entschädigungsanspruch gäbe es keine Rechtsgrundlage im Bundesinfektionsschutzgesetz, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag zu dem Zivilverfahren. Damit war die Klage für das Gericht vom Tisch – Gastronomen und der Leaders Club wollen allerdings an weiteren Klagen festhalten.
Leaders Club ermutigt Gastronomen zu klagen
Der Leaders Club, ein Zusammenschluss von deutschen Gastronomen, appelliert auf Facebook an Gastronomen, Entschädigungen gerichtlich zu fordern. „Die Branche fühlt sich von der Politik hingehalten und muss jetzt endlich richtig Druck machen“, ermutigt Leaders Club-Präsident Michael Kuriat die Gastronomen zu diesem Schritt. „Je mehr Gastronomen sich der Klage anschließen, desto besser!“, führt Kuriat fort, wie die Tageskarte berichtet.
Hamburger Gastronomen setzten ein Statement
Aber auch drei Gastronomen aus Hamburg kämpfen für Schadensersatz. Koral Elci von Kitchen Guerilla, Johannes Riffelmacher von Salt&Silver und Patrick Rüther von Tellerrand fordern Gastronomen in einem Video dazu auf, auf Entschädigung zu klagen.
„Da es für uns nach allen gestarteten Initiativen immer noch keinen transparenten Dialog für eine politische Lösung gibt, machen wir es auf dem Weg der Gesetzestreuen: juristisch“, sagt Koral Elci von Kitchen Guerilla im Video. „Wir werden uns wehren, wir versuchen unsere Betriebe zu retten.“