Ausbildung in Gastronomie und Hotellerie modernisiert
Zuletzt wurde die Ausbildungsordnung für die Hotellerie und Gastronomie vor mehr als 20 Jahren geändert. Mehr als überfällig für ein Update also, vor allem in Anbetracht des Fachkräftemangels, der sich nicht zuletzt durch die Corona-Krise zugespitzt hat. Die duale Berufsausbildung soll also für junge Leute attraktiver werden, und zudem Trends wie Digitalisierung und die Änderung von Gästewünschen – Stichwort vegane Ernährung – berücksichtigen. Wie will das Bundesinstitut für Berufsbildung das schaffen?
Mit angeregt wurde das Update der Ausbildungsordnung vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Branche hätten intensiv an einem neuen Regelwerk gearbeitet, das eine praxisnahe, aber auch umfassende Ausbildung sicherstellen solle. Das Ergebnis: Ein neuer Ausbildungsberuf sowie Updates für die sechs bestehenden.
„Das Gastgewerbe ist eine der abwechslungsreichsten, dynamischsten und chancenreichsten Branchen. Versierte und motivierte Fachkräfte werden gebraucht. Mehr denn je ist es wichtig, in die Qualität der Ausbildung zu investieren“, sagt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. „Mit dem neuen Regelwerk wird die duale Ausbildung für den Nachwuchs wie für die Betriebe noch attraktiver, arbeitsmarktnäher und differenzierter. Ausbildung stärken heißt Fachkräfte sichern.“
Die Ausbildung im Gastgewerbe wird für alle ab dem 1. August 2022 beginnenden Ausbildungsverhältnisse nach den neuen Plänen und Regelungen durchgeführt.
Das sind die neuen Ausbildungsberufe
Dreijährige Ausbildungsdauer
Einige der bestehenden Ausbildungsberufe bekommen neue Namen und eine inhaltliche Neuorientierung. Etwa werden aus angehenden Hotelkaufleuten ab August Kaufleute für Hotelmanagement, mit einem stärkeren Fokus auf den kaufmännischen Bereich. Restaurantfachleute werden zusätzlich zu Veranstaltungsspezialisten. Änderungen gibt es außerdem bei den Prüfungen: Bei den dreijährigen Ausbildungsberufen gibt es eine gestreckte Abschlussprüfung in zwei Teilen anstatt der bisher zweigeteilten Zwischen- und Abschlussprüfung.
- Hotelfachmann / Hotelfachfrau
- Kaufmann / Kauffrau für Hotelmanagement
- Fachmann / Fachfrau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie
- Fachmann / Fachfrau für Systemgastronomie
- Koch / Köchin
Zweijährige Ausbildungsdauer
Die ehemalige „Fachkraft im Gastgewerbe“ wird nach der neuen Ausbildungsordnung zur Fachkraft für Gastronomie, zusätzlich entsteht der Ausbildungsberuf „Fachkraft Küche“. Dieser ist zunächst auf sieben Jahre befristet und wird dann evaluiert. Er richtet sich an alle, die professionelles Kochen von Grund auf praktisch lernen wollen, sich jedoch weniger mit Theorie und Zahlen beschäftigen möchten. Später kann die Ausbildung fortgesetzt und der Abschluss als Koch oder Köchin erworben werden.
- Fachkraft für Gastronomie
- Fachkraft Küche
Einführung von Zusatzqualifikationen
Mit der Einführung von Zusatzqualifikationen gibt es erstmals bundesweit ein Angebot über die verpflichtenden Mindestinhalte der Ausbildungsrahmenpläne hinaus. Angehende Köche und Köchinnen können die vegetarische und vegane Küche, Auszubildende in den dreijährigen Gastro- und Hotelberufen die Bereiche Bar und Wein vertiefen.
Weiterführende Informationen gibt es auf der Website des Bundesinstituts für Berufsbildung sowie auf einem neu vom Dehoga aufgestellten Onlineportal www.dehoga-ausbildung.de.